Gütersloh kann mehr Klimaschutz mitdenken!

Die Corona-Pandemie oder auch finanzielle Ungewissheiten dürfen nicht dazu führen, das Denken und Handeln in allen anderen Bereichen einzustellen. Kitas, Schulen, soziale Institutionen und vieles mehr sind wesentliche Bestandteile unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Dies gilt aber auch und insbesondere für den Klimaschutz!

KLIMASCHUTZ GEHT UNS ALLE AN!

Klimaschutz ist eine zentrale Herausforderung für die Menschheit. Das wissen wir nicht erst seit letztem Jahr, aber auch in Gütersloh hat der engagierte und lautstarke Protest der jungen Menschen bei Fridays for Future ein neues Bewusstsein geschaffen. Noch vor einigen Monaten, waren sich alle Fraktionen im Stadtrat einig – auch die Stadt Gütersloh soll sich stärker für den Klimaschutz engagieren.

KLIMASCHUTZ NUR EIN LIPPENBEKENNTNIS?

Aktuelle Beispiele zeigen aber: Klimaschutz wird gern versprochen und angekündigt, einige verabschieden sich dann aber ganz schnell, wenn es ernst wird. Klar ist doch, Klimaschutz kostet auch Geld.  Die politische Mehrheit in Gütersloh sah sich im Mai nicht in der Lage, aus bereits beschlossenen Haushaltsmitteln einen Betrag in Höhe von 25.000 EUR zur Förderung sogenannter Balkonkraftwerke (Stecker-Solar-Anlagen) zu beschließen. Irgendwann mal will man darüber nachdenken, wenn die finanziellen Auswirkungen der Pandemie klar sind. Morgen, morgen – nur nicht heute. So kann man alle Projekte aufhalten – sinnvoll und zukunftsorientiert ist das nicht. Noch ein Beispiel: Im Landschaftsplan sollte festgeschrieben werden, dass die Errichtung von Photovoltaikanlagen in einer Entfernung von bis zu 110 m von Autobahnen und Schienenwegen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde möglich ist. Das war ein Vorschlag der Verwaltung selbst, den die CDU-Fraktion dann mit der BFGT (bei Enthaltung des Bürgermeisters) gekippt hat.

 

Eine langfristige und nachhaltige Investition in den Klimaschutz ist immer besser (und auch günstiger), als die teuren Auswirkungen des Klimawandels und der unbezahlbaren Schäden für kommende Generationen. Und klar ist auch, dass es immer auch Widerstände gegen verschiedene Maßnahmen geben wird.  Für echten Klimaschutz braucht es daher mehr als Lippenbekenntnisse und vor allem den ehrlichen Willen auch vor Ort aktiv zu werden!

AUCH DIE KOMMUNE KANN EINEN BEITRAG LEISTEN

In den Beratungen über den Klimaschutz im Rat vom Juli 2019 wurde oft angeführt, dass die Stadt Gütersloh allein am Verlauf des Klimawandels ja gar nichts ändern kann. Tatsächlich sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt Gütersloh auf das Weltklima vergleichsweise gering – das ist allerdings kein Grund nicht zu handeln! Auch Kommunen können – und davon bin ich überzeugt müssen – ihren Beitrag leisten. Vor allem die Themen Mobilität, Energieversorgung und auch die Abfallwirtschaft können durchaus im Rahmen der Kommunalpolitik gestaltet werden. Dazu haben wir als SPD-Fraktion in den vergangenen Jahren eine Reihe von Vorschlägen gemacht und wir haben auch einiges voranbringen können. Schon vor einigen Jahren haben wir etwa mit in einem Antrag das Thema der Anpassung an Klimafolgen in den Blick genommen. Neben den genannten, leider abgelehnten Vorschlägen zur Förderung der Balkonkraftwerke, fordern wir unter anderem ein Konzept um Gütersloh zu einer „Zero Waste City“ zu machen.

MEIN VERSTÄNDNIS VON KOMMUNALEM HANDELN

Drei Dinge sind für mich zentral:

  • Erstens müssen wir die Auswirkungen für das Klima bei allen Maßnahmen mitdenken, die wir im Stadtrat beschließen. Wie gestalten wir zum Beispiel Neubaugebiete oder Straßenprojekte in Zukunft im Einklang mit dem Klimaschutz?
  • Als Sozialdemokrat ist mir gleichzeitig aber wichtig, dass die Maßnahmen für alle Menschen bezahlbar bleiben. Wenn wir als Stadt etwa Wohnungen sanieren, darf das für die Mieterinnen nicht zu einem übertriebenen Anstieg der Mieten führen.
  • Schließlich muss die Stadt Gütersloh mit gutem Beispiel vorangehen. Können wir von Bürgerinnen ein Solardach fordern, wenn die städtischen Gebäude Großteils noch nicht mit einer Anlage ausgerüstet wurden?

FAZIT: EINE NACHHALTIGE STADTENTWICKLUNG IST MÖGLICH UND NÖTIG!

Zusammengefasst zeigt sich also, dass die Verantwortung für einen echten Klimaschutz auch in der Stadt Gütersloh wahrgenommen werden muss. Die aktuelle Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass der Klimaschutz nun auf die Streichliste kommt. Eine nachhaltige Entwicklung ist eben nicht verzichtbarer Luxus, sondern eine zentrale Zukunftsinvestition. Dafür braucht es Mut und Willen, aber eben auch die Bereitschaft auch Mittel einzusetzen. Ich bin überzeugt, dass wir da noch eine Menge Potential haben. Gütersloh kann mehr!